“Aufbruch jetzt!” ist einen Tag nach Ende der 100-Tage-Frist der Bundesregierung gestartet. In den folgenden 100 Tagen bekommt die Politik von Bürgerinnen und Bürgern noch bis zum 8. Mai täglich einen Reformvorschlag mit auf den Weg. Mit dabei sind Unternehmer, Arbeitnehmer, Arbeitslose, Wissenschaftler und Prominente aus Sport und Kultur. Sie alle fordern marktwirtschaftliche Reformen, um in Deutschland endlich eine wirtschaftspolitische Wende einzuleiten.
Mit Studiengebühren die Unis fördern
Detlef Riedel, Vorstandsvorsitzender der Xavo AG, mit dem 68. von 100 Reformvorschlägen in der Bild am Sonntag vom 06.04.2003:
“Seit Jahren sinkt das Bildungsniveau. Die Ausbildung an den Hochschulen wird den Anforderungen der Wirtschaft nicht gerecht. Sozialverträgliche Studiengebühren erhöhen die Ausbildungsqualität und verkürzen die Studienzeit.”
Zur Gründung der Xavo AG
Ich habe die Entscheidung, mich als Unternehmer selbständig zu machen, keinen einzigen Tag bereut. Auch wenn der Zeitpunkt des Starts der Xavo AG, als viele Firmen der “New Economy” wieder von der Bildfläche verschwanden, alles andere als günstig gewählt war. Das Beste für mich als Unternehmer seither ist das gute Gefühl, etwas Positives zu tun, jungen Menschen eine Perspektive zu geben und damit wirklich etwas zu bewegen.
Zum Stand des Unternehmers in Deutschland
Manchmal bin ich wirklich verwundert, welches Unternehmerbild in Deutschland gezeichnet wird: Für viele scheinen wir die Buhmänner der Nation zu sein. Häufig wird übersehen, dass wir Unternehmer diejenigen sind, die Arbeitsplätze schaffen. In anderen Staaten genießen die Firmenlenker ein viel besseres öffentliches Ansehen. Die Unternehmen brauchen ein Umfeld, das ihnen ein erfolgreiches Arbeiten und genügend Freiräume zum Wachstum ermöglicht. Wenn die Politik den Unternehmen Steine in den Weg legt, schadet sie nicht nur den Firmen, sondern der gesamten Gesellschaft.
Zum Technologiestandort Deutschland und zu einer besseren Ausbildung
Als IT-Unternehmer bin ich in Sorge, weil hierzulande viel zu wenig in neue Technologien investiert wird. Dabei spreche ich nicht von staatlichen Subventionen, sondern vor allem von den erforderlichen Investitionen in eine zeitgemäße Aus- und Weiterbildung. Die Qualität der Ausbildung wird von Jahr zu Jahr schlechter. Im Vergleich mit anderen führenden Industriestaaten haben wir bereits einen entscheidenden Nachholbedarf. Wir müssen deshalb das Bildungsniveau in den Schulen, Fachhochschulen und Universitäten deutlich verbessern. Bessere Qualität geht mit einer Verkürzung der Ausbildungszeiten einher. Schon jetzt verbringen unsere Schüler und Studenten mehr Zeit an ihren Lehreinrichtungen als es in anderen Ländern üblich ist. Eine bessere Ausbildung haben sie deswegen aber nicht - im Gegenteil. Also gilt: Ausbildungszeiten runter, den Unterricht intensivieren und auf das Wesentliche konzentrieren. Auch das Niveau derjenigen, die unterrichten, muss steigen. Mit Berufsbeamtentum und einem antiquierten Dienstrecht schafft man nicht den Sprung ins Informationszeitalter. An vielen Hochschulen sind die Strukturen derart verfilzt, dass nicht mehr der Student im Mittelpunkt steht, sondern die Studienverwaltung. Mit einer leistungsbezogenen Entlohnung von Lehrkräften und der Einführung von sozial verträglichen Studiengebühren - etwa über Bildungsgutscheine - würde frischer Wind in die Hochschulen kommen. Dann könnten die Studenten etwas für ihr Geld verlangen, und die Qualität der Ausbildung würde automatisch steigen. Wir müssen endlich mehr in die Zukunft und die Köpfe und weniger in die Wahrung von Besitzständen investieren!
write the first comment for "Kampagne “Aufbruch jetzt!”"
Comments for this post are disabled.

