Liebe Freunde und Kollegen,
Im Jahr 1971 stand ich vor einer wichtigen Entscheidung: Was soll ich studieren? Ein Freund empfahl mir damals die brandneue Fachrichtung „Informationstechnik”. Beim Blättern in den Studienführern fiel mir auf, dass sich neben der „Informationstechnik” noch eine weitere neue Disziplin in Entwicklung befand: die „Informationsverarbeitung”. Heute würde man diese beiden Richtungen in „Hardware” und „Software” untergliedern.
Interessanterweise war es so, dass Anfang der 70-er Jahre die Hardware mehr im Interesse stand als die Software. Kein Wunder, hatte IBM doch am 7. April 1964 den Mainframe-Computer S/360 auf den Markt gebracht und damit die Ära der Informatik eingeleitet. In den folgenden 20 Jahren entstanden weltweit riesige Rechenzentren, die auf der IBM-Technologie basierten. Die Unternehmen mussten ein Vermögen bezahlen, um die IBM Hardware zu beschaffen und dann erste Businessanwendungen in den Bereichen Gehaltsabrechnung, Buchhaltung und Materialwirtschaft zu installieren. Die Software wurde in den 60-er Jahren in Assembler geschrieben, später dann auch in COBOL und PL/1. SQL-Datenbanken waren noch nicht erfunden.


