Liebe Freunde von Xavo,
Ich nutze seit einigen Monaten ein iPad. Das iPad ist eine ganz neue Geräteart mit einem unglaublich schnell reagierendes 9,7″ Multi-Touch-Display. Die Kaufentscheidung im April war eher irrational. Als ich das iPad im Apple Store in den Händen hielt, war ich vom Gerätedesign so begeistert, dass ich sofort gekauft habe. Zu diesem Zeitpunkt aber wusste ich nicht, wozu ich das Gerät einsetzen würde. Meine Alltagsanforderungen wurden von meinem MacBook und meinem iPhone eigentlich recht gut abgedeckt. Wozu also ein drittes Gerät?
Vielleicht ist es den mittlerweile mehr als 3 Millionen iPad Nutzern ähnlich gegangen wie mir. Worin liegt also die Faszination, die das iPad auf mich und viele andere auszuüben scheint? Interessant ist auch, dass diese Faszination in den vergangenen 4 Monaten bei mir stärker geworden ist, was sich auch in einer Zunahme meiner iPad Nutzungsdauer (zulasten des MacBook) niederschlägt.
Ich glaube, dass die Faszination des iPad von seiner Schönheit (gutes Design) und Einfachheit (gute Nutzbarkeit) ausgeht. Dem iPad ist es gelungen, sich auf das wesentliche zu beschränken. Bedienungsanleitungen werden nicht benötigt - weder für das Gerät noch die Applikationen (Apps).
Die Apps sind dabei die eigentliche Schatztruhe des iPads. Natürlich kann man mit dem iPad auch surfen. Das geht sogar sehr gut - aber man nutzt den iPad Browser nicht allzu häufig. Die Stars des iPad sind (wie beim älteren und kleineren Bruder) iPhone die Apps. Einige von ihnen kommen von Apple, die überwiegende Mehrzahl (und das sind mittlerweile über 250.000) stammen jedoch aus der weltweiten Apple Entwickler Community. Gut ist es, dass Apple den Entwicklern Werkzeuge in die Hand gegeben hat, die ihnen das Leben erleichtern und per Definition dafür sorgen, dass sich die entstehenden Applikationen in ihrem grundlegenden Design ähneln (was für die Anwender von unschätzbarem Vorteil ist).
Ich nutze zur Zeit ca. 40 iPad Apps regelmässig. Ganz vorn liegen dabei die Produktivitäts-Apps (Mail, Kalender, Aufgabenliste, Online Meeting, Ideen), gefolgt von den Informations-Apps (RSS Feeds, Analytics, Fachjournale, Zeitungen), den Kommunikations-Apps (Skype, Remote) und den Entertainment Apps (Podcasts, Videos, Musik, Foto, Fernsehen). Ohne Zweifel verstärkt das iPad den Trend, weniger zwischen beruflicher und privater Nutung zu unterscheiden. Viele von uns arbeiten heute mit Podcasts, Videos, Fotos und Mails in beiden Lebensbereichen. Es ist zu natürlich, dass die iPad Apps nicht mehr zwischen diesen Sphären unterscheiden.
Natürlich möchte ich Ihnen meine Favoriten nicht vorenthalten. Hier sind meine iPad Top 10 Apps:
1. GoodReader
Unverzichtbar auf Reisen oder für Meetings aller Art. Die benötigten Präsentationen sind im Zugriff und der Beamer wird im kleineren Kreis nicht mehr benötigt.
2 Evernote
Viele Informationen können per Knopfdruck (z.B. mit E-Mail Weiterleitung) zentral gespeichert und über die exzellente Suche wieder gefunden werden.
Unverzichtbar für die Informationsbereitstellung. Schnell, zuverlässig und sehr bedienerfreundlich.
Ideen und Zeichnungen direkt am iPad. Direkte Weiterleitung per E-Mail möglich.
5 Toodledo
Sehr effizientes Aufgabenmanagement. Aufgaben können per E-Mail eingestellt werden.
Wesentlich mehr Komfort mit iPad Analytics als in der Google-Webanwendung.
7 Safari
Ganz ohne Browser geht es nicht. Hervorragende Bedienbarkeit durch MultiTouch.
8 AirVideo
Podcasts und Videos im Direktzugriff.
9 iBooks
Geniales Lesen von Büchern mit eingebautem Dictionary.
10. AirDisplays
Verwandelt das iPad in einen zweiten Bildschirm. Gerade auf Reisen wichtig, wenn z.B. aus existierenden Präsentationen eine neue erstellt werden soll.
Sicher hat das iPad auch noch seinen Schwächen: die Weitergabe von Dateien zwischen den Apps ist eingeschränkt, das Schreiben von Texten mit der Soft-Tastatur ist gewöhnungsbedürftig und die Arbeit im grellen Sonnenlicht ist schlichtweg unmöglich.
Ich bin mir aber sicher, dass das iPad seinen Siegeszug fortsetzen wird. Beim iPad werden erstmals in der Geschichte die Manager die Treiber einer IT-Innovation sein. Manager lieben die Einfachheit. Manager hassen es, von einer IT Abteilung abhängig zu sein, wenn sie ad-hoc Informationen benötigen. Manager müssen viele Entscheidungen in kürzester Zeit treffen - spezialisierte iPad Apps können ihnen die richtigen Informationen, zur richtigen Zeit und an jedem Ort liefern.
Das iPad ist aber nicht nur für die Manager gut, sondern liegt im Trend der Unternehmen, weil es real-time und mobil ist. Die iPad Apps sind dabei keine Konkurrenz zu den existierenden IT-Systemen (ERP, MES, PLM). Im Gegenteil, die iPad Apps beziehen viele Daten aus den Legacy Systemen und erhöhen damit die Akzeptanz und den Wert dieser Systeme nachhaltig. Es ist deshalb kein Wunder, dass wir bei Xavo gegenwärtig erste iPad Apps für die Bereiche Produktentwicklung und Produktion entwickeln.
Herzliche Grüße und “Alles wird gut”.
Ihr Detlef Riedel
CEO/Xavo
PS: Die Faszination des iPad belegt auch eines Aussage meines Sohnes, dessen iPad zur Zeit defekt ist: “Ohne funktionierendes iPad merkt man erst wie lieb man es gewonnen hat.”
2 Comments for "Faszination iPad"
Xavo » Faszination iPad (2011)
26.06.2011 | 13:02 Uhr
[...] fast einem Jahr habe ich einen Blog-Beitrag über das iPad [...]
Subscribe to comments RSS feed.
Leave your comment please:


Martin Riedel
09.08.2010 | 16:21 Uhr
Schöner Artikel. Ich habe mich schon gefragt, wo der Eintrag mit den Apple Lobpreisungen bleibt.
Für mich würde der GoodReader nie auf Platz 1 landen. Von den Funktionalitäten ist er natürlich super, aber seine Hauptaufgabe macht er bei mir nie zuverlässig.
Aufwendigere PDFs (wissenschaftliche Arbeiten mit hochauflösenden Grafiken) stürzen bei mir regelmäßig ab. Außerdem ist die Performance zB beim Zoomen nicht flüssig. Öffne ich das selbe PDF im internen Reader (zB über Mail), ist das Rendering pfeilschnell.
Für mich ein inakzeptables Defizit.
Deine Liste würde ich noch um Dropbox, EyeTV und USA Today erweitern. Dropbox ist mein Goodreader-Ersatz.
Und für alle die sich für mein defektes iPad interessieren. Apple hat es anstandslos zur Reparatur angenommen. Und das obwohl es nicht in Europa gekauft wurde. Dies war vor nur wenigen Jahren noch nicht möglich. (Mein italienisches iPhone musste zum Service nach Italien.)
Freue mich schon auf den iPhone 4 Artikel.:)
LG Martin